Urlaub in Karlobag
Die zu Füßen des Velebitgebirges liegende kleine Ortschaft Karlobag ist seit vielen Jahren zu Recht ein Ort, an dem es sich Kroatienurlauber so richtig gut gehen lassen. Die Küste der idyllischen Stadt gilt als eine der saubersten an der gesamten Adriaküste, die unterirdischen Süßwasserquellen, die aus dem Gebirge kommen, machen das Meer auch an den heißesten Tagen angenehm kühl und kristallklar. Auch wenn die ehemalige Römersiedlung selbst nur wenige Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, ist Karlobag der ideale Ausgangspunkt für Tagestouren. Die großartigsten Sehenswürdigkeiten sind ohne Zweifel das Meer und die Berge – Ruhe und Erholung sind hier ebenso möglich wie Aktivität, Sport und Party. Die scheinbar unberührte Natur lädt ein zu langen Spaziergängen, das Meer hingegen zum Schwimmen, Surfen, Tauchen, Schnorcheln und Segeln.
Die Geschichte Karlobags zeigt, wie begehrt die kleine Stadt immer wieder war, galt sie doch als eine der wichtigsten Verkehrs- und Handelszentren unterhalb des Velebitgebirges. Zwischen dem 6. und 7. Jahrhundert siedelten an dieser Stelle erstmalig Kroaten. Bereits um das Jahr 1000 eroberte die venezianische Flotte das Gebiet, das jedoch später zurückerobert werden konnte. Napoleon marschierte für Frankreich in Karlobag ein, bis schließlich die Österreicher kamen und Karlobag dem Kronland Kroatien zuteilten. 1919 wurden Kroatien und damit auch Karlobag in den Staat Jugoslawien eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand dann die Sozialistische Republik Kroatien, die seit 1991 nur noch Republik Kroatien heißt.
Am besten erreicht man Karlobag mit dem Auto aus Richtung Zagreb/Rijeka kommend. Auf der Autobahn Richtung Split hat man zum einen die Möglichkeit, die Abfahrt Gospic zu nehmen und dann der Bundesstraße bis Karlobag zu folgen. Das ist zwar mit etwa 40 Kilometern die kürzeste Strecke ab der Autobahnausfahrt, gleichzeitig ist die Serpentinenstraße aber auch sehr eng und steil. Wer beispielsweise mit einem ausladenden Wohnmobil unterwegs ist oder mit einem breiten Anhänger, der könnte bei Gegenverkehr Probleme bekommen. Um die Küstenstraße nach Karlobag zu nehmen, sollte man die Ausfahrt Senj nehmen und anschließend über Ribarica fahren. Zwar ist diese Strecke mehr als doppelt so lang, dafür aber auch unglaublich schön. Die dritte Möglichkeit ist die ebenfalls schön verlaufende Küstenstraße über Rijeka, die direkt bis Karlobag führt.
In Karlobag lohnt es sich, die Kirche des heiligen Karl Borromäus zu besichtigen. Die Ruine liegt im südlichen Teil der Stadt, unweit des Ortsausgangs. Tragischerweise wurde das Kirchenschiff während des Krieges komplett zerstört, lediglich der Glockenturm ist noch komplett erhalten.
Ebenfalls besichtigenswert ist das ehemalige Kapuzinerkloster. Dem Kloster angeschlossen ist die 1712 erbaute Kirche des heiligen Joseph.
Als beliebter Aussichtspunkt gilt der so genannte Kubus, eine Erhöhung, von der aus man einen wunderschönen Blick auf die umliegende Gegend hat. An dieser Stelle steht ein 1,25 x 1,25 Meter großer Stein, der auf vier Steinkugeln gesetzt wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er hier installiert und mit einer Inschrift versehen.
Wer sich in Karlobag aufhält, der sollte sich einen Besuch im nahe gelegenen Nationalpark Paklenica keinesfalls entgehen lassen, kennt man dieses einzigartige Gebiet doch schon seit seiner Kindheit aus zahlreichen Karl May Verfilmungen. Hier entstanden unter anderem die Filme „Der Schatz im Silbersee“ und „Winnetou und Old Shatterhand im Tal der Toten“.
Der Park erstreckt sich vom Velebitgebirge bis hinunter zum Meer und verfügt über eine Vielzahl von Höhlen, die sich teilweise in Schwindel erregenden Höhen befinden. Als die schönste unter ihnen gilt die Höhle Manita Pec, in der jederzeit geführte Besichtigungen möglich sind. Bis zu 20 Meter hohe Stalakmiten und riesige unterirdische Hallen bringen den Besucher ins Staunen. Im Park wachsen Feigen, Eichen, Pistazien und Oliven. Die bizarre Landschaft aus Schluchten, Felsen und Bächen beheimatet unter anderem Wölfe, Wildkatzen, Braunbären und riesige Greifvögel. Besonders unter Kletterern aus der ganzen Welt ist der Nationalpark Paklenica berühmt und beliebt. Die aus Kalk und Dolomit bestehenden Felsen ragen bis zu 400 Meter in die Höhe. Kletterrouten aller Schwierigkeitsstufen sind hier zu finden, natürlich bieten auch Kletterschulen ihre Dienste an.
Ein weiteres beliebtes Ausflugsziel stellt die Insel Pag dar. An der engsten Stelle misst sie zwar gerade 1,5 Kilometer, mit einer Länge von 63 Kilometern ist sie jedoch alles anderen als ein kleines Inselchen. Die Insel aufgrund ihrer Kargheit als eine der faszinierendsten Landschaften Dalmatiens. Sie ist vor allem bei Partyurlaubern sehr beliebt, es gibt vereinzelte Strandabschnitte, an denen ständig gefeiert wird. Die insgesamt 270 Kilometer lange Küste der Insel bietet jedoch auch viele ruhige Buchten und Strände. Der gleichnamige Ort Pag ist unter Gourmets berühmt für seinen Schafskäse, der ungemein kräftig schmeckt.
Mehrere Tauchschulen stehen dem Besucher auf der Insel zur Verfügung, außerdem gibt es Bungee-Jumping Zentren und Klettermöglichkeiten. Um die größte Insel im Adriatischen Meer zu erreichen, kann man entweder die Fähre benutzen oder über eine Brücke fahren, die in den Süden der Insel führt.
Unweit von Karlobag befindet sich des Weiteren der Nationalpark Plitvicer Seen, für dieses Naturphänomen sollte man sich einige Stunden Zeit nehmen. Der Park ist nicht nur der größte Nationalpark Kroatiens, er ist auch der älteste Südosteuropas. Die Besonderheiten hier sind zum einen die kaskadenförmig angeordneten Seen, von denen derzeit 16 sichtbar sind (unterirdisch sind es weit mehr) zum anderen aber auch die reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt des Parks. Allein 55 verschiedene und teils seltene Orchideenarten sind hier beheimatet. Viele Tiere sind hier anzutreffen, die schon vor dem Auftauchen des Menschen die Gegend bevölkerten. Mehr als 300 Schmetterlingsarten und über 50 Säugetierarten leben im Nationalpark Plitvicer Seen, darüber hinaus eine Vielzahl von Fischen, Vögeln und Reptilien. Zwei große Wasserfälle (78 Meter und 25 Meter) bilden einen weiteren Höhepunkt der Parkbesichtigung.
Natürlich gibt es noch weit mehr in und um Karlobag zu besichtigen, die Stadt ist hervorragend geeignet als Ausgangspunkt für Ausflüge. In Karlobag selbst gibt es einen Tourismusverband, der gern Auskünfte und Tipps zur Freizeitgestaltung gibt.
Telefonisch kann man den Verband erreichen unter 00 385 (0)53 694 251 oder per Mail unter ured@tz-karogbag.hr