Plant man einen Urlaub in Kroatien und möchte nicht am Strand des Festlandes liegen, bietet sich die größte, sich über fast 400m² erstreckende, Insel Brac an, welche lediglich 13.000 Einwohner zu verzeichnen hat. Diese bewohnen meist die Orte am Meer, während sich Wälder, meist Pinien, über das Innere der Insel erstrecken.
Bekannt ist dieses Gebiet durch das sogenannte „Goldene Horn“. Hierbei handelt es sich um eine weit ins Meer reichende Sandlandschaft von außergewöhnlicher Schönheit, welches die Stadt Bol zu einem touristischen Drehpunkt macht, während die Hauptstadt Supetar weniger besucht ist. Zudem verfügt die Insel über ein Vorkommen an Kalkstein, aus dem beispielsweise das Reichstagsgebäude entstanden ist. Ein weiteres landschaftliches Spektakel wird dem Urlauber auf dem 778m hohen Berg „Vidova Gora“ geboten.
Ein Urlaub in Brac lohnt sich auch wegen des angenehmen Klimas in den Sommermonaten, in welchen es zwar Temperaturen bis 30°C gibt, diese jedoch von einem leichten Wind begleitet werden.
Spannend ist vor allem, dass die Versorgung durch die inseleigenen Süßwasserreserven nicht gewährleistet ist, weshalb die Insel vom Festland Süßwasser erhält.
Historisch gesehen ist die Vergangenheit von Brac noch nicht ausreichend geklärt, vor allem weiß man nicht so recht, weshalb die Griechen, welche die Umgebung besiedelten, diese Insel mieden. Für spätere Zeiträume scheint die Besiedlung Bracs nur in küstennahen Gebieten gegeben zu sein, so wurde die Stadt Splitska beispielsweise als Transporthafen genutzt. Slaven, die Brac ab dem 15. Jahrhundert bewohnten, lebten meist von Landwirtschaft oder den hohen Steinvorkommen und konnten sogar einen Angriff der Osmanen zurückschlagen, letztendlich führte die osmanische Herrschaft auf dem kroatischen Festland dazu, dass Menschen auf der Flucht die Insel weiter besiedelten. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörte Brac dann zum Frankreich unter Napoleon, fiel später an Österreich, bis es 1944 Jugoslawien zugeteilt wurde. Erst 1991 kam es zur Unabhängigkeitserklärung. Geschichtlich Interessierte werden sicherlich im Archäologischen Museum fündig. Zudem gibt es ein Regionales Museum der Insel Brac, welches in Skrip, einem auf Hügeln gelegenen Ort, zu finden ist.
Da auch noch heute ein großer Teil der Menschen von Landwirtschaft und natürlich Fischerei lebt, ist die Kultur der Menschen sehr ursprünglich. Gefeiert wird in Bol das Fest der Mutter Gottes zum Schnee, da es heißt, dort sei an einem 5. August Schnee gefallen. Außerdem stammt der bekannte Dichter Vladimir Nazor (geboren 1876) von der Insel.
Die Anreise nach Brac ist, da sich das Gebiet heutzutage auf Tourismus eingestellt hat, außergewöhnlich gut. So kann man zunächst mit dem Flugzeug nach Zagreb fliegen und von dort aus direkt den auf der Insel gelegenen Flughafen Gornji Humac oder den für Kleinflugzeuge gedachten Flughafen bei Bol anfliegen. Außerdem kann man Brac auch mit täglichen Fähren vom Festland aus erreichen. So gibt es eine Verbindung von Split nach Supetar sowie von Makarska nach Sumartin, einer im Osten gelegenen Stadt. Zwischen den Orten der Insel gibt es sogar gute Busverbindungen.
Natürlich hat Brac auch einige Sehenswürdigkeiten zu bieten: Eine Reise nach Bol lohnt sich sicherlich, da man dort neben dem „Goldenen Horn“ und dem der „Vidova Gora“ auch eine aus dem 17. Jahrhundert stammende Kirche sowie ein Kastell besichtigen kann. Westlich des Berges kann man sogar Klosterkomplex Eremitage Blaca bestaunen, welchen man nur über steinige Straßen und einen Fußweg erreicht und welcher vom Meer nicht zu sehen ist. Die Gegend verwahrloste irgendwann, wurde aber durch dein Hobby-Astronomen Pater Nikola Milicevic zur Beobachtung von Kometen genutzt, weshalb sich dort heutzutage ein kleines Museum befindet. In der Gegend gibt es außerdem eine sogenannte Drachenhöhle „Zmajeva Pecína“, um die sich viele Sagen drehen und die sicherlich eine Besichtigung wert ist.
Die Hauptstadt Supetar besitzt ein sehr sehenswertes Mausoleum mit dem Namen Petrinovic sowie eine barocke Kirche. In dieser befinden sich zahlreiche Grabmäler berühmter Familien, die einst auf Brac lebten.
Im Vordergrund steht aber ganz sicher das Schwimmvergnügen, da man bei schönem Wetter – und das Brac häufig zu bieten – ausgezeichnet im Meer schwimmen, ein Bootsfahrt an der Adriaküste unternehmen oder sogar eine Überfahrt und Stadtbesichtigung am kroatischen Festland planen kann. Gerade ein Tagesausflug nach Split lohnt sich, da sich dort der zum UNESCO-Welterbe gehörige Diokletianpalast befindet. Dieser wurde zwischen den Jahren 295 und 305 erbaut und überzeugte die Bauherren durch die günstige Lage innerhalb des Römischen Imperiums.
Der bereits mehrfach erwähnte Strand um das „Goldene Horn“ herum ist natürlich auch fürs Schwimmen oder Sonnenbaden geeignet. Man kann sich jedoch in verschiedenen Sportarten ausprobieren, die vor allem im Aquatorium um Bol herum betrieben werden. Rasant und spannend ist sicherlich das Wasserskifahren: Für Anfänger gibt es eine Seepromenade, an der dieses Sportvergnügen schnell erlernt und schließlich auf dem Meer ausprobiert werden kann.
Für diejenigen, die sich lieber unter Wasser befinden, hat Bol diverse Tauchschulen zu bieten, da Brac eine vielfältige Unterwasserwelt in Hvarkanal besitzt. Man kann sogar Tauchkurse machen und die Ausrüstung komplett leihen.
Auch Tennis ist eine der Sportarten, welche auf Brac exzessiv betrieben wird, da die kleine Insel über 25 Tennisplätze verfügt, sogar einen Tennisplatz mit 1820 Sitzplätzen für öffentliche und populäre Turniere zu bieten hat. Beispielsweise werden dort die WTA Croatian Bol Ladies Open abgehalten.
Außerdem ist die unebene Landschaft für viele Urlauber zu Fuß anstrengend zu besichtigen. Daher kann man Ausflüge auch auf Eseln unternehmen, was bestimmt ein ungewöhnliches Erlebnis darstellt. Wem diese Art etwas zu naturbelassen ist, der sollte sich Mountainbikes zur Erkundung mitnehmen oder in einem der vielen Radzentren ausleihen, da sich das Gebiet hierfür hervorragend eignet. Es gibt verschiedene Strecken mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, sodass für den ungeübten Fahrer genauso viele Möglichkeiten wie für den Radprofi existieren.
Abschließend ist es relevant zu erwähnen, dass man sich am besten an das Tourismusbüro in Supetar wendet (Turisticki informativni centar), da man dort alle relevanten Informationen erhält. Dieses ist unter der Rufnummer (021) 630-551, 630-900 erreichbar oder über die Seite www.supetar.hr zu finden.